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VSDI beim Digitaltag der Bitkom 2026

Digitaltag der Bitkom 2026

Am vergangenen Freitag nahm der Verband Sichere Digitale Identität am Digitaltag des Bitkom teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie sich die EUDI-Wallet einer breiten Öffentlichkeit verständlich vermitteln lässt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie im Alltag erfolgreich genutzt wird.

Aus Perspektiven von Politik, Verwaltung, Datenschutz und Praxis wurde deutlich: Die Einführung der EUDI-Wallet ist weit mehr als ein technisches Projekt. Sie verändert die Art und Weise, wie Bürgerinnen und Bürger künftig digitale Nachweise verwenden und mit Behörden sowie Unternehmen interagieren.

Information und Vertrauen als Schlüssel

Dr. Markus Reichel machte deutlich, dass viele Bürgerinnen und Bürger die EUDI-Wallet bislang kaum kennen. Umso wichtiger sei es, den konkreten Mehrwert verständlich zu vermitteln. Die Wallet ermögliche es, selbst zu entscheiden, welche Informationen in welcher Situation weitergegeben werden. Statt vollständige Ausweisdaten zu übermitteln, könnten künftig beispielsweise lediglich einzelne Eigenschaften (bspw. Volljährigkeit) nachgewiesen werden. Damit werde das Prinzip der Datensparsamkeit erstmals konsequent im Alltag nutzbar.

Auch Hagen Saxowski betonte, dass Vertrauen die zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Wallet sei. Nutzerinnen und Nutzer müssten jederzeit nachvollziehen können, welche Daten angefragt werden, wer darauf zugreift und welche Informationen tatsächlich weitergegeben werden. Gleichzeitig verwies er auf den europäischen Ansatz: Die Wallet soll künftig in allen EU-Mitgliedstaaten nutzbar sein und so eine gemeinsame digitale Infrastruktur schaffen.

Der Start markiert den Beginn

Der geplante Start der EUDI-Wallet zum 2. Januar 2027 wurde erneut bestätigt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass dieser Termin den Beginn einer schrittweisen Entwicklung markiert. Weitere Funktionen und Anwendungsfälle sollen sukzessive ergänzt werden.

Anhand einer Live-Demonstration zeigte Benjamin Schaufler, wie die Wallet künftig den Alltag erleichtern kann. Nutzerinnen und Nutzer behalten die Kontrolle über ihre Daten und können jede Datenabfrage aktiv bestätigen oder ablehnen. Anwendungen wie die Paketabholung oder Altersverifikation verdeutlichten, welchen praktischen Nutzen die Wallet künftig bieten kann.

Digitalisierung bedeutet mehr als Prozesse zu digitalisieren

Manuel Peter hob hervor, dass digitale Identitäten einen wesentlichen Baustein einer echten digitalen Verwaltung darstellen. Ziel sei es nicht allein, bestehende Prozesse zu digitalisieren, sondern Bürgerinnen und Bürgern die Hoheit über ihre eigenen digitalen Nachweise zu geben und ihre Rechte auch im digitalen Raum wirksam durchzusetzen.

Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, dass die technische Entwicklung der EUDI-Wallet gute Fortschritte macht. Ebenso deutlich wurde jedoch, dass ihr Erfolg maßgeblich davon abhängen wird, ob Vertrauen geschaffen, konkrete Anwendungsfälle etabliert und die Vorteile verständlich kommuniziert werden. Die kommenden Monate bis zum geplanten Start Anfang 2027 werden daher nicht nur technisch, sondern auch kommunikativ entscheidend sein.

Wir bedanken uns bei Bitkom für die Organisation der Veranstaltung sowie bei Franziska Granc für die Moderation und den spannenden Austausch.